PFARRNACHRICHTEN VOM 28. JUNI BIS ZUM 5. JULI 2020

AUF EIN WORT …

von Klaus Bruns

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben, Jesus sagt im heutigen Evangelium: „Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.“ (Mt 10,39).

Das Leben für Jesus verlieren bedeutet, Gott den richtigen Platz in seinem Leben zu geben – so wie Jesus es getan hat, in dem er aus Liebe gehandelt, ja, man kann sagen, für die Liebe gestritten hat. Es geht also um Balance im Leben, um Prioritäten und Posterioritäten.
Wir leben in einer Welt, in der vieles auf uns einwirkt und Resonanzen erzeugt. Technische Errungenschaften ermöglichen es uns, von nahezu überall Filme und Serien zu schauen. Wir können allein zu Hause sitzen und dennoch über Chats und Social Media mit anderen verbunden sein. Kulturelle Angebote, wie das Theater und die Musik, verstehen es, uns auf ihre ganz eigene Weise anzusprechen. Und nicht zuletzt leben wir in einer Gesellschaft, die geprägt ist vom Leistungsdruck, um möglichst viele dieser Angebote, die irgendwie so selbstverständlich zu unserem Leben dazugehören, nicht nur nutzen, sondern behalten zu können.

Das alles scheint mir zu einer Reizüberflutung zu führen, die wir als Menschen gar nicht mehr so recht als solche wahrnehmen, sondern als Lebensstandard. Doch wo bleibt der einzelne Mensch, das ICH, bei diesen ganzen Reizen? Ich glaube, wer Gott in seinem Leben Platz gibt, räumt sich selbst Auszeiten ein. Wir alle sind von Gott geschaffen und gewollt. Und bei uns selbst können wir beginnen, um aus dem Hamsterrad der (materiellen) Verlustangst zu entkommen und mehr wir selbst zu sein.

Der entscheidende Faktor ist die Zeit. Denn Zeit ist die maßgebliche Währung, um sich und andere im Leben bewusster wahrnehmen zu können und sich selbst, mindestens ein paar Minuten am Tag, erstmal zu fragen: Was war heute gut? Wo habe ich einem Mitmenschen unnötig vor den Kopf geschlagen oder ihm zu wenig Zeit geschenkt? Was macht mich glücklich? Was macht mich aus? Was kann ich anderen geben? Ich denke, darum geht es Jesus. Nehmt euch Zeit für euch und andere, dann verliert ihr zwar menschliche Lebenszeit, gewinnt aber Lebensqualität für euch und andere. Wir dürfen leben, statt schlicht im Strom der Zeit mit zu schwimmen und zu funktionieren.

Paare wissen, was wirklich wichtig ist, um dauerhaft glücklich zu sein. Man muss miteinander reden, aufmerksam sein und aufeinander achten- sich also Zeit nehmen für den anderen. Und schließlich werden wir belohnt, wenn wir in Beziehungen investieren. Mutter und Vater, die Zeit investieren in ihre Kinder, erhalten die Möglichkeit auf den Lohn einer liebenden Familie. Maria, die Mutter Gottes, investierte Zeit und Liebe in ihren Sohn, so dass er diese empfangene Liebe, ausbauen und mit den Schwestern und Brüdern im Glauben teilen durfte – über Blutsfamilien hinweg.

Da wir uns, durch die Zeit, die Jesus den Menschen gewidmet hat, Schwestern und Brüder im Glauben nennen dürfen, werden wir zu einer Familie, in der wir nicht müde werden sollten, Zeit zu investieren, um die Liebe um Christi Willen zu empfangen und das Leben zu gewinnen.

Für mich, waren die letzten drei Jahre in dieser Gemeinde eine hervorragende Zeitinvestition, eine Stärkung der Gewissheit, dass es lohnt, Zeit in Beziehungen zu investieren und dadurch beschenkt und um viele Erfahrungen reicher ein neues Kapitel aufzuschlagen. Deshalb danke ich ihnen für ihre Zeit und hoffe sie beschenken noch viele andere und sich selbst. (Wer mir noch etwas Zeit schenken möchte, kann dies nach den Gottesdiensten in St. Felizitas am 27. & 28. Juni gerne tun)

Wieder mehr Gottesdienste

Hinweise für die Mitfeier der Gottesdienste in der Pfarrei St. Felizitas

Liebe Schwestern und Brüder!

Wir sind froh, dass wir seit dem 20. Juni wieder zur normalen Gottesdienstordnung zurückkehren konnten. Viele von Ihnen haben das Zusammenkommen zum gemeinsamen Gebet schmerzlich vermisst.

Mein Dank geht an alle Mitarbeitenden, die uns die Übertragung so vieler Gottesdienste im Internet ermöglicht haben und an alle Menschen, die – weit über Lüdinghausen hinaus – auf diese Weise zu einer ganz neuen Gebetsgemeinschaft gefunden haben.

Durch die gesammelten Erfahrungen werden wir auch zukünftig in der Lage sein, Gottesdienste zu hohen Feiertagen oder bei besonderen Anlässen zu streamen.

Außerdem danke ich den Vielen, die durch die Bereitschaft zum Willkommensdienst dabei helfen, dass wir in dieser Zeit überhaupt Gottesdienste feiern können. Wenn Sie selbst dabei mithelfen möchten, melden Sie sich gerne in der Sakristei oder im Pfarrbüro.

Um Ihnen als Gottesdienstbesucher größtmögliche Sicherheit zu geben, bitten wir Sie auch weiterhin, die Abstandsregeln in den Kirchen einzuhalten. Die Heilige Kommunion wird so ausgeteilt, dass auf diesem Wege keine Übertragung von Krankheitsviren möglich ist. Wenn die Plexiglas-Scheibe verwendet wird, strecken Sie bitte ihre aufeinander gelegten Hände durch die Öffnung der Scheibe, damit die Hostie ohne weitere Berührung auf Ihre Hand gelegt werden kann.

Herzlich laden wir dazu ein, den Menschen, die nicht zum Gottesdienst kommen können oder sich in besonderer Weise schützen müssen, die Kommunion nach Hause zu bringen. Sprechen Sie dazu bitte unseren Willkommensdienst an.

Der Pfarreirat hat in seiner Sitzung vom 15. Juni beschlossen, dass bis zum 14. August in unseren Kirchen auf gemeinsamen Gesang verzichtet werden soll. Diese Regelung ist bindend. Wir bitten Sie sehr – auch aus Rücksicht vor allen Mitfeiernden – sich an diese Vorgabe zu halten.

Bei Gottesdiensten im Freien ist Gesang möglich. So laden wir besonders zur Mitfeier der Gottesdienste an der Burg Vischering ein. Bei kleinen Feiern im Familienkreis bitten wir Sie, über die musikalische Gestaltung vorher mit den Zelebranten eine Vereinbarung zu treffen. Dies gilt insbesondere für Taufen, Trauungen und Beerdigungsfeiern.

Grundsätzlich gilt weiterhin in unserer Pfarrei, dass der gemeinsame Gesang in geschlossenen Räumen möglichst vermieden werden soll, da offenbar das Ansteckungsrisiko hier besonders hoch liegt.

Durch den großen räumlichen Abstand zur feiernden Gemeinde in den Kirchen ist der Gesang des Kantors und des Priesters möglich. Wenn Sie selbst zum Kantorendienst fähig und bereit sind, sprechen Sie uns gerne an. Auch die Mitgestaltung gerade der Sonntagsgottesdienste durch Musikinstrumente ist ausdrücklich erwünscht, muss aber vorher mit dem Organisten abgesprochen werden.

Liebe Schwestern und Brüder, mir ist bewusst, dass die Meinungen darüber, wie wir wieder Gottesdienste feiern können, in den Gemeinden und darüber hinaus sehr auseinander gehen. Gerade deshalb bin ich dem Pfarreirat St. Felizitas dankbar, dass er an dieser Stelle Verantwortung übernimmt. Tun wir alles dafür, dass sich in diesen Tagen und Wochen möglichst wenig Menschen mit dem immer noch nicht ausreichend erforschten Virus anstecken.

Ich bitte Sie auch besonders um Ihr Gebet für die Menschen in unseren Gemeinden und für alle, die jetzt in Sorge und Unsicherheit leben. „Denn Gott“, so schreibt der Heilige Paulus an seinen Schüler Timotheus, „hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Tim 1,7)

In diesem Geist grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen im Namen des Pastoralteams und aller haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserer Pfarrei den reichen Segen Gottes und eine gute und erholsame Ferienzeit!

Ihr Pastor Benedikt Elshoff

Klaus Bruns

Pastoralassistent

Öffnungszeiten der gemeindlichen Pfarrbüros

Im Pfarrbrief unserer Gemeinde sind leider die falschen Öffnungszeiten der gemeindlichen Büros veröffentlicht. Bis zum Ende der Sommerferien sind unsere Büros nur eingeschränkt erreichbar.

Das Pfarrbüro in Lüdinghausen ist montags bis freitags in der Zeit von 9.00 – 12.00 h geöffnet. Das Gemeindebüro in Seppenrade hat am Montag und am Donnerstag von 9.00 – 12.00 h geöffnet.

Pastor Benedikt Elshoff