PFARRNACHRICHTEN VOM 14. BIS ZUM 20. JUNI 2020

AUF EIN WORT …

von Katharina Wieacker

Fronleichnam und Pfingsten oder „Realpräsenz“ Fronleichnam ist das zweite „Ideenfest“ nach dem Dreifaltigkeitssonntag. Der Name leitet sich ab vom mittelhochdeutschen „fron“ für „Herr“ und „lîchnam“ für „Körper, Leib“.

Das Fest geht zurück auf eine Vision der Nonne Juliana von Lüttich im Jahr 1209: Die Mystikerin sah den Mond, aber er hatte eine dunkle Stelle. Sie interpretierte den Vollmond als Hostie, die einen „blinden Fleck“ hat – für sie eine Botschaft von Jesus an die Kirche, dass ihm ein Fest zum Sakrament der Eucharistie fehle.

Die Vision Julianas mag uns heute befremden, aber die letzten Wochen haben uns dieses Fest unerwartet nahekommen lassen:

Durch die unfreiwillige Abstinenz von der Heiligen Messe haben viele von uns nämlich „am eigenen Leib“ erfahren, dass uns etwas Wesentliches fehlt, wenn wir auf die physische Gemeinschaft und die physische Hl. Kommunion verzichten müssen.

Beides hat mit Nähe zu tun und beides spendet Lebenskraft. Es ist eben doch mehr als ein Zeichen, nämlich erfahrbare Gegenwart. Vielleicht mehr als „vor Corona“ wissen wir nun: Es gibt zwei triftige Feieranlässe für Fronleichnam: Gemeinschaft und Eucharistie!

Zwei bekannte Gemälde der sakralen Kunst illustrieren, wie sich die Geisterfahrung von Pfingsten und die Feier der Communio ergänzen. Beide zeigen unterschiedliche Aspekte des Eucharistie-Verständnisses:

Das kleinere Bild (gegenüberliegende Seite), entstand Ende des 14. Jahrhunderts, zeigt die Pfingstgemeinschaft. Der Heilige Geist – in Form einer Taube – sendet die Hostie herab wie das Manna in der Wüste. Die Jünger sind mit Maria zu einer Tischgemeinschaft versammelt – offenbar zu einem Tisch der geistigen Speise. Denn der „Tisch“ erweist sich bei näherem Hinsehen als große Hostie, die eine Hostie in der Mitte umschließt: Wie bei einem gemeinsamen Festessen anlässlich eines Familienfestes, einigt uns Christen zur Mahlgemeinschaft, zur geistigen Gemeinschaft, zur „Communio“. Von der Hostie gehen Strahlen aus, die jeden Tischgenossen berühren: Die geistige Kraft überträgt sich auf jeden Einzelnen, ist also eine individuelle Begegnung und stiftet gleichzeitig Gemeinschaft, weil dies in gleichen Geist geschieht!

Etwa 170 Jahre später vollendet Lucas Cranach d.J. das Altarbild (Titelseite) für die St. Marienkirche im reformierten Wittenberg. Es zeigt die Abendmahlsgemeinschaft im Verständnis Luthers. Auch diese Gemeinschaft ist um einen runden Tisch in Form einer Hostie versammelt. Doch im Zentrum steht das Paschalamm, das Lamm Gottes. Das Abendmahl erinnert und aktualisiert das Geschehen, das mit Gründonnerstag begann. Unter die Teilnehmer des Abendmahls mischen sich Zeitgenossen, darunter Melanchthon und Luther selbst: Wenn wir Abendmahl feiern, holen wir das Geschehen von damals in unsere Gegenwart. Wir alle werden zu Jüngern, wenn wir uns um den Abendmahlstisch versammeln. Im Mittelpunkt steht das Lamm Gottes, also der Opfertod und die Auferstehung Christi, für das die Hostie (nach Luthers Auffassung in erster Linie) stellvertretend steht.

Luther wendet sich damit gegen die Schaufrömmigkeit des Spätmittelalters: nach einer Phase von verheerenden Epidemien (Pest u.a.) verschärfte die katholische Kirche die Bußpraxis nämlich drastisch. Die Angst vor einem sündigen Empfang der Eucharistie ließ die Gläubigen ganz darauf verzichten. An deren Stelle trat für das „gemeine Volk“ die ehrfurchtsvolle, mystische „Schau“ des Brotes, das nun in Form einer großen, weißen und damit weithin sichtbaren Hostie, verehrt wurde.

Auf der Website der Stadtkirche zu Wittenberg können einzelne Personen ihr Foto virtuell in diese Abendmahlsrunde einfügen lassen. Das erinnert an die Kirchengemeinde in Achern, die die Kirchenbänke der abwesenden Gottesdienstbesucher mit deren Porträtfotos füllte, um zu zeigen: Ihr fehlt!! Durch das notwendig gewordene „social distancing“ erkennen wir „Realpräsenz“ als etwas Wertvolles! Online- und Livestream-Präsenz sind kein Ersatz für wahre Begegnung! Nur durch unsere körperliche, reale Präsenz „in Fleisch und Blut“ bilden wir als „lebendige Steine“ die Gemeinschaft, in der Gott ankommen kann. Und auch Gott ist für uns nichts „Virtuelles“, sondern uns spürbar nahe! Und das ist für mich die wichtigste Botschaft von Fronleichnam: Gott will uns bis in die Leiblichkeit hinein nahe sein!! Und während wir das feiern, werden wir wie „ein Leib!

Wie menschlich! Und wie göttlich!

Öffnungszeiten der gemeindlichen Pfarrbüros

Im Pfarrbrief unserer Gemeinde sind leider die falschen Öffnungszeiten der gemeindlichen Büros veröffentlicht. Bis zum Ende der Sommerferien sind unsere Büros nur eingeschränkt erreichbar.

Das Pfarrbüro in Lüdinghausen ist montags bis freitags in der Zeit von 9.00 – 12.00 h geöffnet. Das Gemeindebüro in Seppenrade hat am Montag und am Donnerstag von 9.00 – 12.00 h geöffnet.

Caritas – Seppenrade

Wegen der Coronakrise gehen aber in diesem Sommer keine Sammlerinnen und Sammler von Haus zu Haus, um Spenden zu erbitten. In dieser schwierigen Zeit ist die Caritas St. Dionysius aber besonders auf Spenden angewiesen. Durch die Coronakrise hat sich das Einkommen für viele Alleinlebende oder Familien auch in Seppenrade verringert oder ist ganz entfallen. Mit den Spenden kann die Caritas besonders diesen Menschen unbürokratisch und schnell helfen. Es werden in diesem Jahr Flyer an die Haushalte verteilt. Die Spenden können bei der VB Südmünsterland Mitte e.G. Lüdinghausen-Seppenrade, Dülmener Str. 30, für die Caritas St. Dionysius Seppenrade, IBAN: DE36 4016 4528 1901 6053 00, eingezahlt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Spende in einem Briefumschlag mit dem Vermerk “Caritassammlung Sommer 2020” in den Briefkasten am Pfarrbüro Seppenrade, Kirchplatz 9, zu werfen. Allen Spendern sei herzlich gedankt!

Zum Nachdenken:

„Brot, das die Hoffnung nährt“

Hey, Ali – hast du das auch gesehen?
Was denn – Alma?
Ich hab‘ heut‘ morgen im Café auf dem Marktplatz gesessen,
da hab‘ ich zu dem großen Gebäude geschaut,
das die Christen hier im Land „Kirche“ nennen;
und da sind auf einmal mit Gesang viele Leute herausgekommen;
es hat eine Blaskapelle gespielt;
verschleierte Frauen kamen heraus und sangen.
Doch da kamen auch besonders gekleidete Jungen und Mädchen…
und dann ging da ein Mann
festlich gekleidet in kostbarem Gewand
der trug – kein Transparent – wie bei ’ner Demo
der trug vielmehr
ein goldenes Gefäß mit einem Strahlenkranz
und in dem goldenen Gefäß
in einem Glasröhrchen
ein kleines weißes
Scheibchen Brot. – Merkwürdig.
Und da war so etwas wie ein Garten-Pavillon
und der Mann stellte sich darunter
und dann setzte sich die Demonstration in Bewegung.
Viele Leute gingen ganz friedlich hinter her
und sangen und beteten aus einem kleinen Buch
das sie bei sich hatten.
Aus einem Megaphon hörte man keine Parolen
sondern Gebete.
Als die Leute dann über den Marktplatz gingen
und an mir vorbeikamen
da schauten viele weg
als wollten sie sagen:
„weg da – ich gebe nichts“ –
Doch einige schauten mich freundlich an
da fragte ich sie:
Was ist das,
was der Mann da trug
in dem goldenen Gefäß?
Und da sagte ein Mann,
das ist kein Gefäß –
das ist eine Monstranz.
Er sah an meinem Gesicht –
dass ich nichts verstand.
Da sagte er:
Eine Monstranz – eh –
das ist das Schaufenster Gottes.
Hinter diesem Schaufenster
zeigt die Kirche den Menschen
das Kostbarste, was sie hat.
Was???
– Dieses Stückchen Brot
soll das Kostbarste sein?
Da sagte ein anderer –
ein tiefgebeugter:
das ist ein Stückchen Brot
hinter dem ungeheuer viel steckt.
Ich war betroffen
von dem Ausdruck seiner Stimme
und fragte:
Was denn?
Was steckt dahinter – sagen Sie es mir?
Da sagte eine alte Frau –
sie war einfach gekleidet – ganz einfach:
sie sagte:
Hinter diesem Stückchen Brot
steckt meine letzte Hoffnung,
dass ich doch einmal gesättigt werde.
Ich habe eine gute Rente
– sagte die alte Frau –
und kann mir viel Brot kaufen
und ich kann jeden Tag hier ins Café gehen
aber – das will ich Ihnen sagen:
Ich habe noch kein Brot gefunden,
das mich satt macht;
aber dieses weiße Scheibchen
ist meine Hoffnung,
denn da steckt ungeheuer viel dahinter:
ein Mann
ein Mensch wie wir,
der hat sich selbst weggegeben
der wurde selbst Brot für die Menschen.
Wissen Sie – sagte die alte Frau:
so einer – der sich selbst weggibt
als Nahrung für die Menschen
so einer ist meine letzte Hoffnung
mein Himmel.
Wissen Sie –
Wir tragen sehr an der Last
einer solchen Hoffnung
– sagte ein anderer:
Wir tragen schwer
an einem solchen Himmel
auf Erden,
denn wir sind es,
die diesen Himmel verhindern
daran tragen wir sehr.
Das kleine weiße Scheibchen Brot
ist für viele
die letzte Hoffnung
dass der Himmel
doch einmal kommen wird.
Es ist das Brot,
das die Hoffnung nährt…
Nach diesen Worten gingen sie weiter…
Was meinst du, Ali –
ob dieser Himmel
wohl auch für uns
offen steht?!

(Georg Michael Ehlert – nach Gedanken von Wilhelm Willms)

Katharina Wieacker

Pastoralreferentin

GOTTESDIENSTORDNUNG IN DER WOCHE VOM 14. BIS ZUM 20. JUNI

  • Vorabendmesse zum
    11. Sonntag im Jahreskreis
    Samstag, 13. Juni 2020 – 18.00 Uhr

    in der Pfarrkirche St. Felizitas
    – ÖFFENTLICH –
    Bitte beachten Sie unbedingt
    die Anweisungen des Ordnungsdienstes!

  • Vorabendmesse zum
    11. Sonntag im Jahreskreis

    Samstag, 13. Juni 2020 – 18.00 Uhr
    in der Kirche St. Dionysius
    – ÖFFENTLICH –
    Bitte beachten Sie unbedingt
    die Anweisungen des Ordnungsdienstes!

  • 11. Sonntag im Jahreskreis
    14. Juni 2020 – 10.30 Uhr: Hochamt
    aus der Pfarrkirche St. Felizitas
    NICHT ÖFFENTLICH –
    1. Lesung: Ex 19,2–6a
    2. Lesung: Röm 5,6–11
    Evangelium: Mt 9,36 – 10,8

  • Ökumenischer Freiluftgottesdienst
    – ÖFFENTLICH –

    Sonntag, 14. Juni 2020 um 11.30 Uhr an der
    St. Georg-Kapelle, Burg Vischering,
    Berenbrock 1, 59348 Lüdinghausen

  • Montag der 11. Woche im Jahreskreis
    15. Juni 2020 – 08.15 Uhr: Hl. Messe aus dem St. Antonius-Kloster
    – NICHT ÖFFENTLICH –
    1. Lesung: 1 Joh 4,7–16
    Ev.: Mt 25,1–13

  • Dienstag der 11. Woche im Jahreskreis
    16. Juni 2020 – 08.15 Uhr: Hl. Messe
    aus dem St. Antonius Kloster
    – NICHT ÖFFENTLICH –
    1. Lesung: 1 Kön 21,17–29
    Evangelium: Mt 5,43–48

  • Mittwoch der 11. Woche im Jahreskreis
    17. Juni 2020 – 08.15 Uhr: Hl. Messe
    aus dem St. Antonius Kloster
    – NICHT ÖFFENTLICH –
    1. Lesung: 2 Kön 2,1.4b.6–14
    Evangelium: Mt 6,1–6.16–18

  • Donnerstag der 11. Woche im Jahreskreis
    18. Juni 2020 – 08.15 Uhr: Hl. Messe
    aus dem St. Antonius Kloster
    – NICHT ÖFFENTLICH –
    1. Lesung: Sir 48,1–14
    Evangelium: Mt 6,7–15

  • Gemeinschaftsmesse der kfd St. Dionysius
    – ÖFFENTLICH –

    Donnerstag, 18. Juni 2020 um 09.00 Uhr in der Filialkirche St. Dionysius

  • HEILIGSTES HERZ JESU
    19. Juni 2020 – 08.15 Uhr: Hl. Messe
    aus dem St. Antonius Kloster
    – NICHT ÖFFENTLICH –
    1. Lesung: Dtn 7,6–11
    2. Lesung: 1 Joh 4,7–16
    Evangelium: Mt 11,25–30

  • Ökumenische Abendandacht an der Borg
    – ÖFFENTLICH –

    Freitag, 19. Juni 2020 um 19.00 Uhr an der Borg in Lüdinghausen