PFARRNACHRICHTEN VOM 10. MAI BIS ZUM 16. MAI 2020

AUF EIN WORT …

von Ruth Reiners

Liebe Mitchristen!

Haben Sie noch Erinnerungen an Ihre eigene Erstkommunion? Wie war das Wetter? Welche Gäste waren da? Mit welchen Kindern sind Sie vorbereitet worden? Gibt es Erinnerungen an den Gottesdienst?

An diesem und den beiden kommenden Wochenenden wären in Seppenrade und Lüdinghausen die Erstkommunionfeiern gewesen. Und an eines werden sich die 140 Erstkommunionkinder ganz gewiss erinnern: Meine Erstkommunion fand nicht statt! Zumindest nicht an dem ursprünglich dafür vorgesehenen Tag. Sie können sich vorstellen, wie groß die Enttäuschung bei den Kindern und ihren Familien sein muss. So lange haben sie sich auf diesen Tag vorbereitet – und jetzt lässt er noch länger auf sich warten…

Mit diesen Worten hat eine kreative Gruppe („Wirbelwind“) der Erlöserschwestern einen Haus-Gottesdienst überschrieben, den sie für Familien anbieten, bei denen die Erstkommunion in diesem Jahr ausfällt: „Jesus lässt auf sich warten“. Eigentlich ein Ding, das man sich gar nicht vorstellen kann: mit Jesus verabredet zu sein, und dann kommt er auch noch zu spät!

Mir persönlich gefällt diese Vorstellung: Ich bin mit Jesus verabredet, ich möchte mit ihm sprechen, ihm alles erzählen, er kommt mir ganz nah – wie aufregend! Doch dann erreicht mich die Nachricht: Jesus kommt nicht! Die Enttäuschung ist groß! In der Nachricht steht aber auch: Jesus wird sich verspäten; er hat es dir versprochen, zu kommen, und das wird er auch einhalten! Auf Jesus ist Verlass. Er ist da für mich, das spüre ich. Vielleicht ist ihm etwas dazwischengekommen? Bestimmt gibt es gerade sehr viele Menschen, die spüren, dass er bei ihnen ist. Jeder einzelne Mensch ist ihm wichtig – auch ich! Ich weiß, dass er sein Versprechen einhalten wird: er wird zu mir kommen!

Diesen persönlichen Zwiespalt erleben wir gerade alle: die einen mehr, die anderen weniger. Zwar geht es für uns Erwachsene nicht um das besondere Fest, das ausfällt; aber sehr viele von uns sehnen sich nach dieser intensiven Begegnung mit Jesus Christus, wie sie uns in der Eucharistie geschenkt wird. Genau darüber kommen wir auf einmal sehr intensiv ins Gespräch, wenn wir darüber diskutieren und entscheiden müssen, wann und in welcher Form Gottesdienste in diesen Zeiten wieder möglich sind. Das Gefühl der Nähe, der besonderen Begegnung mit Jesus Christus kann ich persönlich mir nicht vorstellen, wenn er mir mit einer Zange oder Einmalhandschuhen mit Abstand auf ein kleines Tellerchen gelegt wird.

„Verzicht steigert die Vorfreude“, sagte neulich eine freundliche Brötchen-Verkäuferin zu mir, als es meine Lieblingsbrötchen nicht mehr gab. Vielleicht ermutigt uns dieser Verzicht ja dazu, mal näher darüber nachzudenken und vor allem mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen: Was ist es denn genau, das mir an den Gottesdiensten momentan so fehlt? Was macht sie für mich so wichtig? Kann ich auf die intime Begegnung mit Jesus noch warten und ihn möglicherweise in anderen Dingen und Begegnungen neu entdecken?

Eines ist gewiss: Jesus hält sein Versprechen. Er kommt. Er verspätet sich nur.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin viel Kraft beim Warten und bitte Sie um Ihr Gebet für die Erstkommunionkinder und ihre Familien!

Ihre Ruth Reiners

WARUM NICHT MAL … ?

… in der Familie das Brot teilen?

Entzünden Sie eine Kerze auf dem Tisch und setzen sich als Familie drum herum. Erzählen Sie sich – wie die Jünger auf dem Weg nach Emmaus – wie es jedem einzelnen geht, was er/sie in diesen Tagen erlebt hat.

Nehmen Sie ein Stück (Fladen-)Brot und geben es herum, sodass jedes Familienmitglied ein Stück bekommt. Halten Sie einen Augenblick Stille.

Sprechen Sie dieses (oder ein anderes) Gebet:

Jesus,
Im Brot möchtest du mir ganz nahekommen.
Die Emmaus-Jünger haben dich am Brotbrechen erkannt.
Sei du auch jetzt in unserer Mitte.
Ich denke heute an alle Erstkommunionkinder, die noch auf ihre Feier warten müssen.
Ich danke dir für meine Familie.
Danke, Jesus, für deine Nähe und für deine Liebe.
Ich kann spüren, dass du bei mir bist!
Segne alle Kinder, segne alle Familien, segne alle kranken Menschen.
Heute und jeden Tag.
AMEN

PASTORALREFERENTIN RUTH REINERS

GOTTESDIENSTORDNUNG IN DER WOCHE VOM 14. BIS ZUM 20. JUNI

  • 5. Sonntag der Osterzeit
    10. Mai 2020 – 10.30 Uhr: Hochamt
    aus der Pfarrkirche St. Felizitas
    NICHT ÖFFENTLICH –
    1. Lesung: Apg 6, 1–7
    2. Lesung: 1 Petr 2, 4–9
    Ev.: Joh 14, 1–12

  • Eucharistische Anbetung
    10. Mai 2020 – 12.00 Uhr – 19.00 Uhr
    in der Pfarrkirche St. Felizitas
    – ÖFFENTLICH –
    Bitte beachten Sie unbedingt
    die Anweisungen des Ordnungsdienstes!
  • Montag der 5. Osterwoche
    11. Mai 2020 – 08.15 Uhr: Hl. Messe
    aus dem St. Antonius Kloster
    – NICHT ÖFFENTLICH –
    1. Lesung: Apg 14, 5-18
    Ev.: Joh 14, 21-26

  • Dienstag der 5. Osterwoche
    12. Mai 2020 – 08.15 Uhr: Hl. Messe
    aus dem St. Antonius Kloster
    – NICHT ÖFFENTLICH –
    1. Lesung: Apg 14, 19-28
    Ev.: Joh 14, 27-31a

  • Mittwoch der 5. Osterwoche
    13. Mai 2020 – 08.15 Uhr: Hl. Messe
    aus dem St. Antonius Kloster
    – NICHT ÖFFENTLICH –

    1. Lesung: Apg 15, 1-6
    Ev.: Joh 15, 1-8

  • Donnerstag der 5. Osterwoche
    14. Mai 2020 – 08.15 Uhr: Hl. Messe
    aus dem St. Antonius Kloster
    – NICHT ÖFFENTLICH –
    1. Lesung: Apg 15, 7-21

    Ev.: Joh 15, 9-11

  • Freitag der 5. Osterwoche
    15. Mai 2020 – 08.15 Uhr: Hl. Messe
    aus dem St. Antonius Kloster
    – NICHT ÖFFENTLICH –
    1. Lesung: Apg 15, 22-31
    Ev.: Joh 15, 12-17

ZUM NACHDENKEN:

Frage 100 Katholiken, was das Wichtigste ist in der Kirche; sie werden antworten: die Messe.

Frage 100 Katholiken, was das Wichtigste ist in der Messe; sie werden antworten: die Wandlung.

Sage 100 Katholiken, dass das wichtigste in der Kirche die Wandlung ist.

Sie werden empört sein: Nein, alles soll bleiben wie es ist!

Lothar Zenetti

Was ist für Sie das Wichtigste in der Kirche??