Ukraine-Hilfe vor Ort

Stand 9. April wurden in Lüdinghausen 139 Menschen aus der Ukraine aufgenommen. Vorwiegend Frauen mit Kindern. In Einzelfällen auch Männer. Bis jetzt wurden alle Personen dezentral bei Familien untergebracht.

Nach den Erfahrungen der Flüchtlingskrise vor einigen Jahren sind die Behörden in vielen Fragen routiniert im Umgang mit den zentralen Themen. Am 31. März fand deshalb ein „runder Tisch“ im Kapitelsaal der Burg Lüdinghausen statt. Vertreten waren fast alle Gruppen, Institutionen, Vereine, Gemeinden und Verantwortliche, die in diesem Segment zu erwarten wären. Die Behörden und Verwaltung der Stadt (Sozialamt). Die VHS, der Sozialdienst Katholischer Frauen mit seiner Flüchtlingsberatungsstelle in Person von Frau Schröder. Die Quartiersfrau der Caritas, die Flüchtlingsberatung in Person von Lioba Sivalingam und die Kolpingsfamilie Lüdinghausen. Auch die Kirchengemeinden und die Offene Kinder- und Jugendarbeit waren mit am Tisch.

So haben die Tafel Lüdinghausen schon Sonderöffnungszeiten für Geflüchtete aus der Ukraine bereitgestellt. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit im Hakehaus hatte ein groß angelegtes Benefizkonzert an der Burg Vischering veranstaltet. Die Spendengelder sollen besonders in den Bereich der Förderung von ukrainischen Kinder- und Jugendlichen fließen. Künstler*Innen aus Lüdinghauen machen sich Gedanken, wie Kunstprojekt die Menschen aus der Ukraine unterstützen können. Mahnwachen und Gebete für den Frieden in der Ukraine und für eine Beendigung des Krieges finden regelmäßig statt. Eine hochrangige Delegation der Stadt Lüdingausen und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft hatte sich aufgemacht, um der Stadt Nysa ihre Solidarität u bekunden und erste Spenden zu übergeben. Immerhin hat Neisse/Nysa bis jetzt über 1.600 Menschen aufgenommen. Die Christengemeinde hat schon verschiedene Hilfstransporte in die Ukraine veranstaltet und zu Spenden aufgerufen.

Die Kirchengemeinde St. Felizitas hat sich in diese Bewegung eingeklinkt. Am 9. April fand ein erstes Begegnungs-Cafè im Pfarrheim Felizitas statt. Getragen vom Caritasausschuss und Helfer*Innen aus den Gruppen und der Bürgerschaft fanden ca. 35-40 Erwachsene und ca. 15 Kinder den Weg ins Pfarrheim. Auch die in den letzten beiden Jahren gekommenen Flüchtlinge „all over the world“ waren eingeladen. Zumindest eine türkische Frau mit ihrem Sohn hat sich getraut zu kommen. Die Kinder waren nach kurzer Zeit im Spielgruppenraum mit Spielen beschäftigt. So konnten die Erwachsenen nach kurzen Begrüßungen nett frühstücken und sich kennenlernen. Aus den verschiedenen Tischgruppen wurde schnell eine große Tafel gebildet. Mit Hilfe einer ukraninisch sprechenden Frau war das Eis schnell gebrochen. So konnte Frau Bauhus von der VHS erste Angebote kommunizieren. Eine Einladung zum Schwimmen für Frauen und Kinder wurde verabredet. Und so konnten nach kurzer Zeit die lebenswichtigen und alltagspraktischen Fragen zur Sprache kommen. Handy-Nummern wurden ausgetauscht, Fragen zur Schulausbildung beantwortet. Frau Sivalingam (Stadt LH) hatte auf zwei Seiten die bis jetzt verfügbaren Angebote zusammengestellt. So war schnell eine erste Orientierung des Verfügbaren möglich. Kaffee, Tee, Brötchen und Süßigkeiten für die zahlreichen Kinder boten eine gastfreundliche Atmosphäre im großen Saal des Pfarrheimes. Als die Übersetzerin den Frauen am Ende mitteilte, dass sie die von einer Gärtnerei gespendeten und in den ukrainischen Nationalfarben dekorierten bunten Primeln gerne in ihre neuen Domizile mitnehmen durften, ging ein Lächeln über viel Gesichter.

In gut 14 Tagen soll eine Neuauflage stattfinden, dann an einem Freitagmorgen. Wie das Angebot dann weitergeführt wird und in welchem Rhythmus es stattfinden soll, wird am Bedarf der Geflüchteten entschieden. Ein hoffnungsvoller Anfang ist gesetzt.

„Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen.“ (Mt 25,35)

Michael Kertelge

(Caritasausschuss)

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Hector Sanchez

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