Mariä Geburt

Ein Fest dieser Woche – 8. September

Die Liturgie feiert Ereignisse, in denen Gott an uns Menschen handelt. Sein Tun verdichtet sich in Jesus zum Höhepunkt. Hierbei spielt Maria den wichtigen menschlichen Part. Ihre Geburt markiert den Wendepunkt von den Epochen des Ersten Bundes zu denen des Neuen Bundes. Die Evangelien erzählen uns kein Wort über ihre Geburt. Die Volksfrömmigkeit und die religiöse Kunst vergangener Jahrhunderte haben ihre Motive dem apokryphen Protoevangelium des Jakobus entnommen. Dieses Geburtstagsfest richtet sich nicht nach einem Datum, das in einer Geburtsurkunde festgehalten wird. Im Eröffnungsvers der Eucharistiefeier heißt es: „Voll Freude feiern wir das Geburtsfest der Jungfrau Maria, aus ihr ist hervorgegangen die Sonne der Gerechtigkeit, Christus unser Gott.“

Der Eintritt eines Menschen in die Welt hat seine Bedeutung. Darum feiern wir unseren Geburtstag und den von Menschen, die uns wichtig sind. Marias Eintritt in den Kreis der Geschöpfe steht im Licht des Heils, das Jesus begründet hat. Es handelt sich um ein theologisches, nicht um ein biologisches Datum. Mariä Geburt bedeutet somit den Anbruch der Fülle der Zeit.

Maria wird als Morgenröte bezeichnet. Die Morgenröte steht im Zusammenhang mit der Sonne. Ohne Sonne gibt es kein Morgenrot. Wie aus der Morgenröte sich die Sonne erhebt, so geht aus Maria Christus als Sonne der Gerechtigkeit hervor. Er, die Sonne der Gerechtigkeit, ist das Licht. Durch ihn geht in der Welt das Licht auf und vertreibt das Dunkel der Sünde. Doch wie die Morgenröte hoffen lässt auf die Sonne, so ist Maria Zeichen der Hoffnung für die Welt, Hoffnung für die Kirche, Hoffnung für die Menschheit.

Gott geht es um die Neuschaffung des Menschen und der Welt. Mit der Geburt Mariens ist dazu der Anfang gesetzt. Deshalb lautet es im Schlussgebet der Eucharistiefeier: „Maria ist die Morgenröte des Heiles und das Zeichen der Hoffnung für die ganze Welt.“

(von H. Sanchez)