Hoffnung und Frieden – mitten unter uns

EIN LESEGOTTESDIENST ZUR WEIHNACHT 2020

Liebe Mitchristen!

Weihnachten fällt in diesem Jahr, wie schon das Osterfest 2020, in eine außergewöhnliche, ja verunsichernde Zeit. Das Coronavirus macht uns allen, besonders aber den Erkrankten und ihren Angehörigen, weltweit schwer zu schaffen. Die Situation hat sich erneut verschärft. Wir, Ihr SeelsorgerInnen-Team der St. Felizitas Gemeinde, wissen zum Redaktionsschluss dieses Gemeindebriefes, zum Thema „Sehnsucht“ nicht, ob alle, die möchten, Weihnachten an einem öffentlichen Gottesdienst teilnehmen können. Besonders den Mitchristen, die zu Risikogruppen gehören, möchten wir neben der Möglichkeit an gestreamten Gottesdiensten aus den Gemeindekirchen oder der Teilnahme an Gottesdiensten im Fernseher, auch einen verschriftlichten Gottesdienst zur Verfügung stellen, den Sie am Hl. Abend oder an einem der Weihnachtstage zuhause feiern können, indem Sie den Gottesdienst an einem geeigneten Platz in Ihrem Haus, Ihrer Wohnung, Ihrem Zimmer alleine oder in Gemeinschaft vorlesen, beten und singen können. Es besteht auch die Möglichkeit, nur einige Elemente dieses Vorschlags zur Gestaltung einer kleinen privaten Feier auszuwählen. Wie auch immer, wir wünschen Ihnen, dass die tiefe Sehnsucht nach dem Fest der Menschwerdung Gottes in der Welt, wie sie nun mal ist, und auch in dieser Coronazeit in Ihren Herzen und Wohnungen Raum gewinnt, so dass Sie spüren können, was der Apostel Paulus im 2. Korintherbrief (2 Kor 4 6- 8), sinngemäß sagt: „Gott sprach :  „Aus Finsternis soll Licht aufleuchten!“, er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet, damit wir erleuchtet werden zur Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Angesicht Christi. Diesen Schatz des Glaubens und Lebens tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen, so wird deutlich, dass das Übermaß an Kraft von Gott und nicht von uns kommt. Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben und finden doch noch Raum; wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht. 

Bleiben Sie gesund, achtsam, zuversichtlich und behütet!

Im Namen des SeelsorgerInnen-Teams: „Frohe Weihnachten!“

Ihr Pastoralreferent Reinhold Leydecker

REINHOLD LEYDECKER

Pastoralreferent

VORBEREITUNG

  • Sie benötigen die (blühenden) Barbarazweige – oder andere grüne Zweige bzw. den Weihnachtsbaum.
  • Stellen Sie diese Vorlage und ein Gotteslob für alle Mitfeiernden bereit.
  • Festlicher wird die Feier, wenn die Lieder mit Instrumenten begleitet werden.
  • Vereinbaren Sie vorher, wer die Schriftworte und Gebete vorträgt und wer die Lieder anstimmt. Legen Sie eine Bibel mit den angegebenen Schriftworten (Lukas 2,1–20) in Ihre Mitte. Sie unterstreicht die Gegenwart von Gottes Wort.
  • Überlegen Sie, wo Sie den Hausgottesdienst feiern: um den Christbaum versammelt, am Tisch oder vor der Krippe?
  • Wenn es möglich ist, bietet es sich an, das Jesuskind erst nach dem ersten Textabschnitt des Evangeliums in die Krippe zu legen
  • Für die Aufmerksamkeit und Sammlung evtl. anwesender Kinder ist es hilfreich, wenn die Geschenke unter einem großen Tuch oder verschiedenen Tüchern „verborgen“ sind, bzw. erst nach der Einstimmung hereingeholt werden.
  • Wählen Sie, wenn mehrere Personen anwesend sind, Vorbeter aus (V1 u. V2)

ERÖFFNUNG

V1 +(Kreuzzeichen) Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Alle 
Amen.
V1 Gott, der für uns Leben ist und Leben schenkt, ist in unserer Mitte.

LIED: IHR KINDERLEIN KOMMET (GL 248)

Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all‘! Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall. Und seht, was in dieser hochheiligen Nacht der Vater im Himmel für Freude uns macht.

Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh; Maria und Joseph betrachten es froh.
Die redlichen Hirten knien betend davor, hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.

O beugt wie die Hirten anbetend die Knie, Erhebet die Hände und danket wie sie. Stimmt freudig, ihr Kinder – wer sollt sich nicht freun?-, stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein.

GEBET:

V1 Herr, unser Gott, du bist die Hoffnung und die Liebe. In deinem Sohn Jesus ist diese Liebe zu uns Mensch geworden. Wir danken dir dafür. Lass uns aus dieser Hoffnung und Liebe leben. Darum bitten wir, durch Jesus, deinen Sohn und unseren Bruder und Herrn.
Alle Amen.

EINFÜHRUNG:

V2 Der grüne Zweig des Advents ist zum Baum geworden, der kahle Zweig des Barbaratages hat Blüten bekommen. Die Hoffnung auf neues Leben hat sich erfüllt. So hat sich auch die Hoffnung der Menschen erfüllt: Jesus, Gottes Sohn, wird geboren. In seiner Person wird Gottes Liebe und Treue auch in schweren Zeiten erfahrbar. Er ist der Grund unserer Hoffnung. Auch der Christbaum mit seinen grünen Zweigen ist dafür ein Sinnbild.

LIED: O TANNENBAUM, O TANNENBAUM

O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter! Du grünst nicht nur zur Sommerzeit, nein auch im Winter, wenn es schneit. O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie grün sind deine Blätter!

O Tannenbaum, o Tannenbaum, du kannst mir sehr gefallen. Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit ein Baum von dir mich hoch erfreut! O Tannenbaum, o Tannenbaum,
du kannst mir sehr gefallen!

O Tannenbaum, o Tannenbaum, dein Kleid will mich was lehren: Die Hoffnung und Beständigkeit gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit. O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren.

ZU BETHLEHEM GEBOREN (GL 239)

Zu Bethlehem geboren, ist uns ein Kindelein, das hab‘ ich auserkoren, sein eigen will ich sein.
Eia, eia, sein eigen will ich sein.

In seine Lieb’ versenken will ich mich ganz hinab; mein Herz will ich ihm schenken und alles, was ich hab’, eia, eia, und alles, was ich hab’.

O Kindelein, von Herzen will ich dich lieben sehr, in Freuden und in Schmerzen je länger und je mehr, eia, eia, je länger und je mehr.

Dazu dein Gnad mir gebe, bitt’ ich aus Herzensgrund, dass ich allein dir lebe
jetzt und zu aller Stund’, eia, eia, jetzt und zu aller Stund’.

Dich, wahren Gott, ich finde in meinem Fleisch und Blut; darum ich fest mich binde
an dich, mein höchstes Gut, eia, eia, an dich, mein höchstes Gut.

Laß mich von dir nicht scheiden, knüpf’ zu, knüpf’ zu das Band: Die Liebe zwischen beiden;
nimm hin mein Herz zum Pfand, eia, eia, nimm hin mein Herz zum Pfand!

KOMMET IHR HIRTEN (GL 762)

Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Fraun, kommet, das liebliche Kindlein zu schaun, Christus, der Herr, ist heute geboren, den Gott zum Heiland euch hat erkoren. Fürchtet euch nicht!

Lasset uns sehen in Bethlehems Stall, was uns verheißen der himmlische Schall; was wir dort finden, lasset uns künden, lasset uns preisen in frommen Weisen: Halleluja!

Wahrlich, die Engel verkündigen heut Bethlehems Hirtenvolk gar große Freud: Nun soll es werden Friede auf Erden, den Menschen allen ein Wohlgefallen: Ehre sei Gott!

EVANGELIUM

V1 Wir hören das Weihnachtsevangelium nach Lukas:
Es geschah in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn
er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

(Das Jesuskind wird in die Krippe gelegt.)

Der Evangelist Lukas berichtet weiter:
In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.
Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat! So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.

FÜRBITTEN:

V1 Mit Jesus Christus kam das wahre Licht in unsere Welt, denn in ihm hat sich Gottes Liebe an die Menschen verschenkt. So sollen auch wir um einander besorgt sein und füreinander beten.

V2 Herr Jesus Christus. Du wurdest in einem Stall geboren, weil in der Herberge kein Platz war. Steh allen bei, die auf der Flucht sind, die keine Heimat mehr haben oder heute einsam sind. – Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.

V2 Bei deiner Geburt verkündeten Engel den Frieden. Lass Frieden werden in unseren Familien und Beziehungen und auf der ganzen Welt. – Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.

V2 Du bist das Licht, das die Welt erleuchtet. Leuchte allen, die traurig, krank oder verzweifelt sind. Wir denken besonders an die Mitmenschen, die am Coronavirus erkrankt sind– Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns,

V2 In dir ist das Leben in Fülle. Lass unsere Verstorbenen, an die wir besonders denken, leben in deinem Licht. Wir denken besonders an (ggf. Namen einsetzen): …………………………

– Christus, höre uns. A Christus, erhöre uns.

LIED: O DU FRÖHLICHE (GL 238)

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere, jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

Gott hat uns seine Liebe geschenkt. Er hat uns seinen Sohn geschenkt. Aus Freude darüber wollen auch wir einander beschenken und uns „Frohe und gesegnete Weihnachten“ wünschen.

VATER UNSER

V1 Herr Jesus, du hast uns Gott als guten Vater gezeigt und uns gelehrt, ihn auch so anzusprechen. So dürfen wir beten:
A Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

SEGEN

Segen

V1 Der Herr segne und behüte uns, der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig; er wende uns sein Antlitz zu und schenke uns seinen Frieden, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
A Amen.