Projekt Beschreibung

Liebe Gemeinde!

„Den Schatz (des Lebens und es Glaubens) tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen.“, schreibt der Apostel Paulus in seiner wohl leidenschaftlichsten Mitteilung, dem 2. Korintherbrief (Kapitel 4, Verse 7 folgende), an die Gemeinde. Wer die Zerbrechlichkeit körperlich, geistig und geistlich schon einmal erlebt hat, weiß, wie furchtbar dieses Gefühl ist. Viele Menschen erfahren das im Moment. Hoffentlich kann diese mit dem Coronavirus verbundene existenzielle Bedrohung und deren schlimmste Folge, der Verlust lieber Menschen, bald weltweit eingedämmt und zurückgedrängt werden. Die dazu erforderlichen Maßnahmen laufen derzeit auf Hochtouren.

Was können wir als Christen, auch als Gemeinde, dazu beitragen, um in dieser Krise bei uns vor Ort zwischenmenschliche Hilfe zu gewähren und bleibende Verbundenheit im Gebet zu ermöglichen. Wir hören in den Medien, oder erleben es selbst, von vielen solidarischen Initiativen in der Gesellschaft und auch in den christlichen Gemeinden, Gemeinschaften und Gruppen. Das ist Grund zur Zuversicht. Es gibt neben der unsolidarischen „Hamster-Angst“ eben auch viele andere Haltungen, die durch die aktuelle Krisensituation zum Vorschein kommen.

Neben der Verunsicherung und den Ängsten, die eine solche Krise auslösen kann, lässt sich, Gott sei Dank, auch immer wieder der, oft verborgene „Faden“ der Zuversicht erkennen, einer Kraft die in der Schwachheit wirkt, die von Gott kommt. (2. Kor 4, 7b). Krisensituationen legen ja nicht selten frei, was unter der Oberfläche liegt. Wenn Paulus an einer anderen Stelle schreibt: „Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ (2. Kor 12, 19ff), dann meint er nicht die Gleichgültigkeit und Gefühlkälte der vermeintlich „Starken“, sondern die demütige Stärke und Kraft, die aus der Liebe erwächst und deren Quelle Gott ist.

In einer solchen Notlage wird für viele von uns die Frage deutlicher: Woraus lebe ich letztlich wirklich? Was sind meine Kraft- und Lebensquellen? Krisenzeiten, die unseren gewohnten Lebensgang unterbrechen, sind daher immer auch eine Chance neu anzufangen. Ganz gleich jedoch, was wir in uns für Regungen und Empfindungen wahrnehmen, ob wir ruhig sind oder ängstlich, genervt oder gelassen, es gibt jemanden der zu uns sagt: Ich bin da! – Mit diesem Namen hat sich Gott uns geoffenbart. Zu jedem von uns sagt Er diese Worte gerade in schweren Zeiten: Ich bin da. Ich bin immer für Dich da! Komm zu mir, mit allem, was Dir auf dem Herzen liegt. Ich werde Dir Halt geben und eine Stütze für Dich sein. Dein Leben und das Leben Deiner Lieben ist in meiner Hand geborgen, ob ihr gesund seid oder krank, in diesem Leben oder danach. Leben wir neu und tiefer aus dieser wirklichen Gegenwart Gottes! Dann wird es uns auch leichter fallen, zu unseren Mitmenschen zu sagen: Ich bin für Dich da! – Achten wir in diesen Wochen besonders gut aufeinander! Wer in meinem Umfeld braucht meine praktische Hilfe? Wer braucht einen Anruf, einen Brief, … einen Besuch, bei dem man sich mit ausreichendem Abstand und den notwendigen Schutzmaßnahmen(!) begegnet. Dabei ist Kreativität gefragt, und die neuen Kommunikationsmittel können dabei eine Hilfe sein.

Beten und Wirken wir dafür, dass uns das, mit Gottes Hilfe, gelingen möge!

„Gott verbunden!“        Im Namen des Seelsorgerteams, Ihr Reinhold Leydecker

(Hinweis: vergl. auch „Pfarrnachrichten für Münster west I 21. – 29.3.20, Vorwort von Pfr. Timo Weissenberg, dieser Text ist in einigen Teilen daran angelehnt.